15.05.2013 Bosporus Passage
Yalova: 40° 39.347′ NÂ /Â 29°16.609′ E
Früh aus den Federn bedeutet einen langen Tag vor sich zu haben. Leider trommelt der Regen auf unsere Luken und das verspricht nicht’s Gutes. Aber was soll’s. Wir wollen weiter. Um 06.00 Uhr legen wir ab und die Dämmerung kriecht langsam hinter den Hügel hervor, hinter der sich Istanbul verbirgt. Von Yalova gehts in nördlicher Richtung zu den Prinzessinnen-Inseln. Wir lassen diese (die Inseln) links liegen und kommen der Küstenlinie von Istanbul näher. Schliesslich beginnen wir mit dem Einfädeln in die Wasserstrasse. Einige grosse und grösste Schiffe haben das selbe wie wir vor. Ganz am Rande der Wasserstrasse bewegen wir uns mit rund 6 Knoten zum Eingang der Meeresstrasse. Von Seezeichen zu Seezeichen kämpfen wir uns vor. An Backbord gleitet ein 200m Frachter vorbei, Distanz ca. 100 m. Imposant. Voraus sehen wier die Minarette der blauen Mosche und der anderen Sehenswürdigkeiten in der Region des Goldenen Horn’s von Istanbul. Doch im Moment kann ich mich diesen nicht widmen, denn es herrscht ein derartiger Verkehr mit den Schiffen und Fähren und Ausflugsbooten, dass die ganze Aufmerksamkeit gefragt ist. Langsam macht sich auch die Strömung bemerkbar. 4 Knoten Gegenströmung verlangsamen unsere Fahrt und wir machen noch rund 3 Knoten Fahrt über Grund. Zum Glück gibt es nicht noch grossen Gegenwind, denn sonst hätten wir keine Chance. Doch die erste Kurve ist genommen und die Strömung lässt etwas nach. Vor uns erhebt sich imposant die erste der zwei Brücken, die Europa mit Asien verbinden. Wir unterqueren sie und haben zum Glück über der Mastspitze doch noch rund 40 m Spiel bis zur Strasse. Beruhigend. Wieder setzt Gegenströmung ein und die IRSIRA muss straff geführt werden. Doch auch dieses Hinderniss meistere ich mit Hilfe meiner beiden Navigatoren, die nicht einen Augenblick von den Seekarten weggucken. Bald ist die 1. Brück passiert kommt die zweite in Sicht. Links und rechts werden wir von Ausflugsschiffen gekreuzt. Einige machen sich natürlich einen Spass daraus, dass so ein Green-Horn wie unsere Yacht den Bospurus hoch fährt. Ganz nahe kommen sie an uns heran, um im letzten Augenblick dann noch wegzudrehen. Heinz ermahnt mich immer wieder: Kurs halten. So kommen wir unter der zweiten Brücke durch und langsam nähern wir uns dem Ende der Meeresenge. Am Ufer säumen prachtvolle Paläste und Häuser unseren Weg, bis wir schliesslich Blick auf das Schwarze Meer haben. Bevor wir jedoch die Meerenge verlassen, steuern wir den Fischerhafen Poyraz an. Dort wollen wir die Nacht und den morgigen Tag verbringen. Hier wird uns Heinz verlassen, denn über das Wochenende wird er an einer Regatta in Marmaris teilnehmen. An dieser Stelle möchte ich Heinz ganz herzlich für seine Hilfe uns seine Ratschläge danken. Wir wünschen ihm einen angenehmen Rückflug und hoffen doch sehr, dass wir ihn wieder einmal an Bord haben werden. Danke.