11.05.2013 DARDANELLEN DURCHFAHRT

Bozcaada:  39°50.155′ N / 26°04.521′ E

Die beiden neben uns gelegenen Segelschiffe sind schon weg. Wir starten nach einem Schluck heissen Kaffee ebenfalls. Dardanellen wir kommen….  Mit nördlichem Kurs nähern wir uns der Einfahrt zur Meerenge. Die Grossschifffahrt nimmt zu. Von überall her kommen riesige Schiffe und fahren an uns vorbei, entweder in gleicher Richtung wie wir, oder in entgegengesetzter. Am Horizont ist ein dunkler Streifen sichtbar. Heinz ist der Meinung, dass es sich um eine Insel handelt. Ein Blick durch das Fernglas zeigt jedoch, dass es sich um einen riesigen Tanker handelt. Im Internet suchen wir ihn auf dem entsprechenden Programm und finden ihn unter dem Namen  Larbi ben Mhidi. Ein Ungetüm von 281 m  Länge und 42 m Breite.  Um 09.00 Uhr biegen wir in die Meerenge der Dardanellen beim Kap Kumkale ein. Anfänglich fahren wir mit rund 6 Knoten, doch dann setzt die Strömung ein. Diese reduziert unsere Fahrtgeschwindigkeit um 3 Kn. Zum Glück haben wir diesmal keinen Gegendwind, so dass wir trotzdem noch Fahrt machen. Bei der Einfahrt der Meerenge ist eine der schmalsten Stellen, so dass das Wasser richtiggehend ins offene Meer gepresst wird. Das macht die Strömung so stark.  Nun wird die Passage wieder breiter und die Strömung lässt nach. In etwa 20 Meilen, wird es dann aber nochmals eng. Mal schauen wie wir dann vorwärts kommen.  Ich melde mich wieder….

13.29 Uhr. Ich bin wieder da. Wir haben es geschafft. Was wir vor 3 Jahren abbrechen mussten, haben wir nun erreicht. Wir sind oberhalb von Canakkale und haben somit die engste Stelle der Dardanellen passiert. Nun halten wir Kurs auf Gelibolu am nördlichen Ausgang der Passage und sind somit bereits im Marmara-Meer.

Das Gebiet der Dardanellen ist in jeder Hinsicht Geschichtsträchtig. Im Altertum blühte Efesus und Troja ganz in der Nähe. In neuerer Zeit, also 1915 wurde hier erbittert um die Dardanellen gekämpft. Die Türken behielten die Oberhand und in einem Vertrag, welcher übrigens in Montreux unterzeichnet wurde, ist der heutige Status festgehalten. Die Türken kontrollieren die strategisch wichtige Meerenge, denn nur durch diese Strasse gelangt man auf dem Seeweg nach Istanbul.

This entry was posted on Samstag, Mai 11th, 2013 at 1:33 am and is filed under Uncategorized. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.