02.06.2012

Fast hätte ich es vergessen. Am Vorabend wurden wieder einmal Gschwelti hergerichtet. Ohne diese gäbe es nämlich heute morgen keine Rösti. Schmeckt ja lecker, so kurz nach dem Sonnenaufgang schon eine Rösti zu geniessen. Doch die brauchen wir auch, denn heute ist ein strenger Segelschlag angesagt! Genau 2.5 Sm fahren wir nämlich weiter. Wir besuchen einen kleinen Fischerhafen in Aydincik. Knappe 3 Meter Wassertiefe lassen uns ganz vorsichtig in das Becken einfahren. Tatsächlich ist am SE Quai zwischen den Fischerbooten eine Lücke frei, in die wir ruhig und besonnen die IRSIRA parkieren. Freundliche Hände nehmen uns die Landleinen ab und schon sind wir vertäut.

Nur wenig später kommt ein Radler angefahren mit wehendem Rosschwanz, hält vor unserem Schiff und begrüsst und in reinstem Französisch. Er heisst uns willkommen und stellt sich als Chef der hiesigen Fischereikooperation vor. Später wird sich herausstellen, dass er lange Zeit in der Botschaft in Ankara gearbeitet hat und daher die Sprache spricht. Dazu auch Englisch. Er zeigt uns, wo wir Strom und Wasser anschliessen können und dies zum 0-Tarif. Auch der Ankerplatz ist gratis. Wir haben das Gefühl, dass wir hier in einem Museum gelandet sind. Rund um uns herum sind Ruinen aus der Frühzeit zu erkennen. Vieles ist mit Zäunen gesichert und wir werden uns morgen einer Führung anschliessen, um mehr von dieser Gegend zu erfahren. Sicher ist jedoch schon jetzt, dass die Altertümer aus der Zeit der Römer und den Anfängen des Christentums sind.

Noch während wir auf unserem Schiff uns dem dolce far niente hingeben, sehen wir wie auf dem Hafenplatz plötzlich mit einem Lastwagen ein Haufen Stühle gebracht werden. Sie werden vor dem Denkmal von Atatürk, das natürlich auch hier nicht fehlt, in Reih und Glied aufgestellt. Dazu zwei spezielle Stühle, weiss überzogen, mit hohen Lehnen. Im weiteren kommen Lautsprecher dazu und der ganze Platz wird noch geschmückt mit Blumen. Schon bald erkennen wir, dass hier eine Hochzeit stattfinden wird. So ist es dann auch. Gegen 21.00 Uhr, wir sitzen in einem Hafenrestaurant und geniessen Fische mit Salat und Pommes,  beginnt türkische Musik aus den Lautsprechern zu klingen. Wir sind im Orient. Bis um Mitternacht wird ausgiebig gefeiert und getanzt. Zwischendurch singt noch der Muhezin von der nahen Mosche sein Nachtgebet und die Festmusik verstummt ehrfürchtig, um nach dem Ende des Gebets mit erneuter Lautstärke fortzufahren. Uns stört es wenig und nach einem Raki (oder zwei) sinken wir in den verdienten Schlaf.

Uebrigens: Heute scheint es, dass der Sommer angebrochen ist. Wolkenloser Himmel und herrliche 25 Grad am Schatten könnten einem den Eindruck vermitteln, dass wir im Urlaub sind.

This entry was posted on Samstag, Juni 2nd, 2012 at 11:52 pm and is filed under Uncategorized. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.